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Balken zerfallen zu Staub

Kurz nach Beginn der Restaurierung des Rathauses wird deutlich: Die Schäden an dem historischen Gebäude sind größer als gedacht. Jetzt wird es richtig teuer für die Stadt.


Böse Überraschungen gibt es bei den Bauarbeiten am Rathaus: Viel mehr Balken als angenommen sind absolut marode.

Böse Überraschungen gibt es bei den Bauarbeiten am Rathaus: Viel mehr Balken als angenommen sind absolut marode. Der Schwamm hat dem historischen Gebälk schwer zugesetzt. OB Schramm steht vor einer deutlichen Steigerung der Sanierungskosten für das bedeutende Denkmal.

Nur kurze Zeit nach Beginn der Sanierungsarbeiten am historischen Kulmbacher Rathaus haben die Verantwortlichen bereits etliche Überraschungen erlebt. Die alte fränkische Redensart "Stier bluß net no" hat sich bewahrheitet. OB, Verwaltung und der Stadtrat erleben gerade, was schon viele Bauherren mit historischen Gebäuden hinter sich haben: Je genauer man hinschaut, desto mehr Schäden offenbaren sich und desto weiter klettern die Baukosten in die Höhe. Es wird wohl sehr viel teurer werden, das Rathaus wieder standsicher zu machen, als ursprünglich gedacht. Aber gespart werden kann praktisch nichts, wenn das als "nationales Denkmal" eingestufte Gebäude auch die kommenden Jahrhunderte noch erleben soll.

Besonders schlimm ist es um die vielen alten Holzbalken bestellt. Wer einfach hinschaut, ohne hin zu fassen, sieht scheinbar intaktes Holz. Doch schon ein Griff mit der Hand zeigt an vielen Stellen, wie schwer der Hausschwamm im Gebälk gewütet hat. Der Schwamm hat die Balken stellenweise so porös werden lassen, dass man das Holz mit bloßer Hand zerlegen und ohne Kraftaufwand zu Staub zerbröseln lassen kann. "Das kann man nicht lassen", gibt Oberbürgermeister Henry Schramm den Denkmalschützern und Bausanierern recht. Trotz aller Einsicht in die Notwendigkeit der zusätzlichen Arbeiten bereitet die Baukostenmehrung dem Stadtoberhaupt "große Kopfschmerzen und schlaflose Nächte".

Viele Überraschungen


Auf rund 2,1 Millionen Euro waren die Sanierungskosten zunächst geschätzt worden. Schon das war eine Menge Geld für eine Stadt mit knapper Haushaltskasse. Nur dank sehr hoher Förderungen konnte man sich überhaupt an das Projekt wagen. Mit Beginn der Bauarbeiten folgte dann eine Überraschung auf die andere. Die neue Verkabelung in die Wände zu verlegen hätte weitreichende Eingriffe in die historische Bausubstanz nötig gemacht. Der Stadtrat hat sich deswegen entschieden, die Fußböden zu erneuern und die Kabel darunter zu installieren.

Der Sitzungssaal hat ebenfalls die Kosten in die Höhe schnellen lassen. Zuerst war es die Dämmung. Jetzt kommt der Fußboden hinzu. Unter dem Parkettboden haben die Denkmalschützer ein sehr wertvolles fränkisches Parkett entdeckt. Das wird jetzt erst einmal freigelegt und konserviert. Danach kommt obendrauf ein originalgetreuer Nachbau, um dem Saal wieder die Optik zu verleihen, die er in alten Zeiten hatte.

Richtig heftig schlägt aber der Schwamm ins Kontor, der erst gewaltige Löcher in die Balken gefressen hat und jetzt das Gleiche mit der Stadtkasse tun wird. Alles in allem, schätzt der OB derzeit, wird es wohl eine Million Euro Mehrkosten geben, wenn das Rathaus überall da, wo es nötig ist, saniert wird. Teilweise haben die Denkmalschützer nach der Entdeckung der Schäden festgestellt, dass es höchstens fünf Jahre gedauert hätte, bis ernsthafte Schäden entstanden wären.

Für Schramm ist jetzt das oberste Gebot, neues Geld aufzutreiben, um die Kosten für die Stadt einigermaßen im Griff zu behalten. Verschiedene Umschichtungen im Etat sind angedacht und auch mit potenziellen Geldgebern hat der OB bereits erste Verhandlungen geführt. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass nennenswerte Beträge helfen werden, das Millionenloch zu flicken, um das Rathaus zu retten. Allein die großen Schäden am Gebälk werden wohl rund 100 000 Euro Mehrkosten verschlingen.

"Wer A sagt, muss auch B sagen", verteidigt Henry Schramm die Kostensteigerung. Wie schlecht die Bausubstanz wirklich ist, sei am Anfang trotz Untersuchungen durch Fachleute nicht erkennbar gewesen. Nun könne man nicht einfach darüber hinwegsehen, sondern müsse handeln. Wie dringend die Sanierung des prächtigen Gebäudes gewesen ist, sei unübersehbar, seit die Fachleute an der Arbeit sind.

Arbeiten im Internet


Die Kulmbacher will der OB aktuell am Baufortschritt teilhaben lassen. Auf der städtischen Homepage www.kulmbach.de gibt es einen eigenen Bereich mit einem Bautagebuch und vielen aktuellen Bildern. Damit soll Transparenz geschaffen werden.

Die neu entstandenen Baustellen sollen die Sanierung insgesamt nicht verzögern. Weiterhin geht der OB davon aus, dass im Sommer 2012 mit seiner Rückkehr ins Rathaus zu rechnen ist. Bis zum August dieses Jahres soll das Dach fertig sein. Danach geht es an den Innenausbau.

Mit dem Anblick des eingerüsteten Rathauses werden die Kulmbacher noch einige Monate leben müssen. Weil das Gerüst in ganz unterschiedlichen Tiefen aufgebaut ist, wird es nichts mit dem ursprünglich angedachten Großflächenplakat, das ein großes Bild des Rokoko-Gebäudes zeigen sollte. "Wir bräuchten ein zweites Gerüst, um das zu verwirklichen", erklärt der OB und steckt das dafür geplante Geld lieber in die Reparatur der Substanz.

Quelle:
- Frankenpost vom 30.05.2011
- Foto: Burger

www.frankenpost.de
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