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Einziehung der Lichtenfelser Straße: Stadtrat beendet das Verfahren - Stadt entwickelt alternative Erschließung für den Campus Kulmbach

Der Stadtrat der Stadt Kulmbach hat in seiner Sitzung am Donnerstag entschieden, das Einziehungsverfahren für ein Teilstück der Lichtenfelser Straße nicht weiterzuführen. Grundlage dieser Entscheidung waren die aktualisierten Gutachten zum Verkehrsaufkommen sowie die juristische Einschätzung des städtischen Rechtsamts.

 

Seit Monaten hatte die Tangente entlang der Bahnlinie die städtischen Gremien, die Verwaltung und externe Fachstellen intensiv beschäftigt. Mehrere Gespräche – unter anderem mit der Regierung von Oberfranken, der Universität Bayreuth und dem Staatlichen Bauamt – begleiteten die Prüfungen.

 

Oberbürgermeister Ingo Lehmann ordnet die Entscheidung ein:

„Wir handeln auf Basis der vorliegenden Fakten. Die aktuellen Gutachten zeigen, dass eine Einziehung der Lichtenfelser Straße rechtlich nicht tragfähig wäre. Gleichzeitig ist klar: Die Erschließung des Campus Kulmbach bleibt gesichert, und der Baubeginn der neuen Universitätsgebäude ab 2027 ist weiterhin realistisch.“

 

Das aktualisierte Verkehrsgutachten hat bestätigt, dass der sogenannte Fritzknoten trotz der künftigen Mehrbelastung durch den Campus nicht dauerhaft überlastet sein wird. Ein Zusammenbruch des Knotens – die ursprüngliche Grundlage für die Einziehung – konnte nicht nachgewiesen werden. Damit entfiel ein entscheidendes Kriterium für die rechtliche Zulässigkeit des Eingriffs.

 

Parallel dazu führten Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern – insbesondere der Kulmbacher Brauerei und der Firma IREKS – zu der Einschätzung, dass ein vollständiger Grunderwerb für die Tangente auf absehbare Zeit nicht realisierbar wäre.

 

Die Stadt wird daher den Fokus auf die in der „Gemeinsamen Vereinbarung“ zwischen Stadt und Freistaat Bayern (2021) festgelegte Alternative legen: eine Stichstraße in Verlängerung der Heinrich-von-Stephan-Straße, die das künftige Campusgelände zuverlässig erschließt.

 

Lehmann dazu: „Wir setzen den ersten Bauabschnitt der Tangente als Stichstraße um. Damit schaffen wir eine sichere und funktionsfähige Zufahrt und bleiben im Zeitplan. Das ist ein pragmatischer und verlässlicher Weg, der allen Beteiligten Planungssicherheit gibt.“

 

Für die Umsetzung der Stichstraße ist eine Beteiligung des Freistaats vorgesehen. Die Stadt hat daher Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt aufgenommen und sich parallel schriftlich an Finanzminister Albert Füracker, Staatssekretär Martin Schöffel und Wissenschaftsminister Markus Blume gewandt. Ziel ist eine zeitnahe Bestätigung der Mittelbereitstellung.

 

Unabhängig von der Campus-Erschließung prüft die Stadt weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsströme im Stadtgebiet. Auch ohne vollständige Tangente bestehen Möglichkeiten, Verkehre sinnvoll zu lenken und einzelne Knotenpunkte zu entlasten.

 

Zum Abschluss betonte Oberbürgermeister Lehmann:

„Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist die große Tangente nicht umsetzbar. Mit der Entscheidung des Stadtrats richten wir den Blick nach vorne: Wir sichern die Erschließung des Campus Kulmbach, verbessern bestehende Verkehrsbeziehungen und bleiben handlungsfähig. Das ist die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.“

 

Textquelle: Pressestelle, Stadt Kulmbach. 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Kulmbach
Fr, 21. November 2025

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