Entwicklung des Kulmbacher Campusgeländes: Stellungnahme der Stadt Kulmbach zu den aktuellen Äußerungen des Landesvereins für Heimatpflege
Die Stadt Kulmbach nimmt die in einem aktuellen Medienbericht erhobenen Vorwürfe zum Abriss des ehemaligen Güterbahnhofs mit Verwunderung zur Kenntnis und stellt klar: Der Rückbau des Gebäudes war weder voreilig noch unnötig, sondern aus mehreren sachlichen Gründen zwingend erforderlich. Dass die geplante Tangente in absehbarer Zeit nicht realisiert wird, ändert an dieser Tatsache nichts.
Entgegen der Behauptung, der Abriss sei nur aufgrund der Tangentenplanung erfolgt, weist die Stadt darauf hin, dass der Güterbahnhof für die Entwicklung des Campus-Areals der Universität Bayreuth unabhängig von Straßenbaufragen nicht integrierbar gewesen wäre. Das Gebäude war in seiner Bausubstanz stark geschädigt und wies erhebliche Schadstoffbelastungen auf. Eine wirtschaftlich vertretbare Sanierung oder gar Nutzungsintegration war nicht möglich. Diese Bewertung wurde in enger Abstimmung mit Fachplanern und Gutachtern getroffen.
Für die bauliche Entwicklung des Campus wäre der Erhalt des Güterbahnhofsgebäudes in jeder Hinsicht unvereinbar gewesen: Die Universität Bayreuth benötigt auf dem Areal zusammenhängende und sinnvoll erschließbare Flächen für Institutsgebäude, technische Anlagen, Freiflächen sowie Gewächshaus- und Anzuchtbereiche. Schon heute kann nicht das gesamte Grundstück genutzt werden, weil Bier- und Versorgungsleitungen, Naturschutzbelange, der Flussverlauf und die Bodendenkmalpflege die verfügbare Fläche zusätzlich einschränken. Hinzu kommt das gemeinsame Ziel der Universität und der Stadt Kulmbach, einen durchgängigen Fuß- und Radweg als Verbindung zur Innenstadt und weiter ins Industriegebiet über das Gelände zu führen. Auch Erweiterungsflächen wurden von Anfang an eingeplant, da der Campus langfristig wachsen soll. Das massive Bestandsgebäude des Güterbahnhofs hätte diese ohnehin begrenzten Gestaltungsspielräume weiter verengt; bei einem Erhalt wäre flächenmäßig schlicht nicht genügend Platz für die geplanten Strukturen vorhanden gewesen, und viele Planungen hätten aufgrund der neuen Rahmenbedingungen wieder nahezu von vorne beginnen müssen.
Auch im Hinblick auf die Erschließung des Areals bleibt die Grundplanung unverändert. Zwar wird die Tangente derzeit nicht weiterverfolgt, jedoch ist für das Campus-Gelände eine Stichstraße vorgesehen, die dem ersten Abschnitt der geplanten Tangente entspricht. Diese Erschließungsstraße verläuft genau über das frühere Areal des Güterbahnhofs. Damit bleibt festzuhalten: Ob Tangente oder Stichstraße – der Güterbahnhof hätte in jedem Fall weichen müssen. Der schmale Raum zwischen der bisherigen Gebäudefront und den Bahngleisen hätte für eine sichere und leistungsfähige Erschließung niemals ausgereicht.
Die Stadt Kulmbach betont daher, dass der Abriss weder voreilig noch überflüssig war. Er war eine notwendige Voraussetzung für die städtebauliche Entwicklung des Campus-Areals und wurde auf Grundlage fachlicher Bewertungen und planerischer Notwendigkeiten beschlossen.
Textquelle: Pressestelle, Stadt Kulmbach.
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